Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

December 19 2011

Lichtermarsch zur Vincenzhaus-Rettung

Für das vom Konkurs bedrohte St. Vincenzhaus gehen Eltern und Schüler der Förderschule und ihrer Wohngruppen in der nächsten Woche auf die Straße. Wie die Schule bestätigte, ist am nächsten Dienstag (20. Dezember) ab 17 Uhr ein Lichtermarsch durch Cloppenburg geplant.
Eltern und Lehrer hatten in einer Versarhmlung einen Mangel an öffentlicher Unterstützung beklagt und wollen jetzt zur Solidarität aufrufen. Der neue Vorsitzende des Kuratoriums, Pfarrer Bernd Strickmann, wird daran teilnehmen. Der seit 124 Jahren bestehenden Schule fur geistig behinderte und lernbehinderte Kinder und Jugendliche droht die Schließung.

Das Finanzamt hat den Entzug der Gemeinnützigkeit wegen der nicht nachvollziehbaren Finanzgeschäfte des ehemaligen Dechanten Alfons Kühling angekündigt. Im schlimmsten Fall droht eine Steuernachzahlung von bis zu 15 Millionen Euro. Damit wäre auch die Stiftung Heiliz Kreuz, die sich um die Unterbringung der Kinder kümmert, nicht überlebensfähig.

In den Verhandlungen mit dem Finanzamt ist noch kein Durchbruch erzielt worden.
Strickmann hoft jedoch nach wie vor auf eine tragfähige Lösung. Das erklärte der Geistliche gestern nach einer Sitzung der Kuratorien dreier kirchlicher Stiftungen. Auf ihren Konten hatte Kühling Vermögenswerte ohne kirchliche oder öffentliche
Kontrolle bewegt. Zunächst sei eine „Bestandserhebung“ der Situation vorgenommen worden, sagte Strickmann. Die Verhandlungen selbst werden von einem
Wirtschaftsprüfer aus Münster geführt.

Der Lichtermarsch ist am Dienstag in der Zeit von 17 bis 19 Uhr geplant. Start ist um zirka 17 Uhr beim Vincenzhaus (St. Michael-Str. 18).
Folgende Wegstrecke wird zurückgelegt: Bether Straße, Osterstraße, Hagenstraße,
Bahnhofstraße, Lange Straße, danach zur St. Andreas Kirche (obere Lange Straße).
Dort endet der Marsch.

December 08 2011

NABU warnt vor riskantem CCS-Einsatz in Entwicklungsländern

Durban – Der NABU warnt Deutschland und die EU eindringlich davor, auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban einer Entscheidung zuzustimmen, die den Einsatz der CCS-Technologie zur unterirdischen Ablagerung von CO2 in Entwicklungsländern fördern würde. „Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland auf CCS verzichten, um es dann unter deutlich schlechteren Sicherheitsstandards in Afrika und Asien zu fördern“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Falls die völlig unausgereifte CCS-Technik jemals einen Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann, dann nur unter höchsten Sicherheitsanforderungen“, so Tschimpke.

Auf der Klimakonferenz in Durban wird derzeit verhandelt, ob CCS in den sogenannten Clean-Development-Mechanismus (CDM) aufgenommen werden soll. Wenn CCS-Projekte unter den CDM fallen, könnten westliche Industrieländer und Konzerne ihre Emissionsbilanz künftig aufbessern, indem sie in CCS-Projekte in Entwicklungsländern investieren. Der CO2-Ausstoß, der durch das CCS-Projekt in dem betreffenden Entwicklungsland vermeintlich vermieden wird, wird dem Investor gut geschrieben. „Der Profit geht in die Industrieländer, die Risiken bleiben in den Entwicklungsländern – auf diese zynische Art hat CCS im CDM nichts verloren“ kritisiert der NABU-Präsident. Damit CCS einen Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann, müssen zunächst Forschung und behutsame Erprobung vorangebracht werden – und zwar unter höchsten Sicherheitsanforderungen. „Die vorgeschlagenen Sicherheitsstandards für CCS-Projekte in armen Ländern sind absolut unzureichend. In Deutschland würden wir unter den Bedingungen niemals einer CO2-Ablagerung unter der Erde zustimmen“. Während die Industrieländer ihre Emissionsbilanz aufhübschen könnten, müssten die Entwicklungsländer über Jahrhunderte mit den noch völlig ungeklärten Haftungsrisiken durch das unter Hochdruck in den Untergrund gepresste Kohlendioxid leben.

Besonders beunruhigend ist, dass auf der Klimakonferenz in Durban vor allem die erdölfördernden Länder der OPEC für CCS im CDM kämpfen. Denn nach den vorgeschlagenen Regelungen soll das CO2 unter die Erde gepresst werden, um mehr Erdöl aus unterirdischen Lagerstätten fördern zu können. „Das CDM-Instrument soll eigentlich Klimaschutz und Entwicklungshilfe miteinander verbinden. Wenn dabei nun CCS eingesetzt wird, damit Saudi-Arabien und Dubai ihre Ölvorkommen besser ausbeuten können, ist das in jeder Hinsicht absurd“, kritisiert NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse, der in Durban die UN-Klimaverhandlungen verfolgt.

Quelle: NABU-Pressestelle

Tags: Umwelt

November 07 2011

Alle 11 Sekunden stirbt ein Tier im Labor / Wieder neuer Rekord bei Versuchstierzahlen in Deutschland

Erneut ist der „Verbrauch“ von Versuchstieren in Deutschland angestiegen, auf insgesamt 2.856.316 Tiere im Jahr 2010. Das sind 2,5 Prozent mehr als 2009. Die aktuelle Statistik hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft soeben veröffentlicht. Der Deutsche Tierschutzbund fordert von der Bundesregierung, dass bei der anstehenden Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie alle Möglichkeiten genutzt werden, um Tierversuche endlich wirksam einzuschränken.

Geradezu inflationär ist der Anstieg bei Versuchen an den nächsten Verwandten des Menschen, den Affen. Hier liegt er bei über 20 Prozent: 2.789 Affen, damit fast 500 mehr als im Vorjahr, wurden 2010 verbraucht. Diese hochsensiblen Tiere sterben meist in Giftigkeitsprüfungen oder für den reinen Erkenntnisgewinn in der sogenannten Grundlagenforschung. Selbst für Ausbildungszwecke müssen sie herhalten. 2010 wurden 153 Affen im Bereich der Lehre benutzt. Wie schon in den Vorjahren ist auch der Anstieg in der Gentechnik wieder enorm, diesmal um 19 Prozent. Hier wurden 115.000 mehr Mäuse, Ratten, Kaninchen, Schweine und Fische als 2009 gentechnisch verändert und in Versuchen eingesetzt.

„Die weiter steigende Zahl an Tierversuchen ist das Fazit jahrelangen Aussitzens und ein politischer Skandal. Den vielen Lippenbekenntnissen aus der Politik, Tierversuche eindämmen zu wollen, sind bisher keine Taten gefolgt. Immer wenn es darauf ankommt, knicken unsere Entscheidungsträger vor der mächtigen Forschungs- und Wissenschaftslobby ein und sehen dieser Aufwärtsspirale der Tierqual weiter tatenlos zu“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Statistiken.

Bei der nationalen Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie, die im November 2012 abgeschlossen sein muss, müssten alle Spielräume genutzt werden, um das maximal Mögliche für den Tierschutz zu erreichen. „Wir wollen ein eigenes Gesetz für den Umgang mit Labortieren, zumindest solange es Tierversuche noch gibt. Außerdem können in Deutschland wenigstens Versuche an Menschenaffen und solche an sonstigen Affenarten sowie anderen Wirbeltieren, die zu schweren Leiden führen, ganz verboten werden. Das lässt die EU-Richtlinie ausdrücklich zu“, so Schröder.

„Auch die Genehmigungsverfahren können jetzt verschärft werden, sodass zum Beispiel auch Versuche für Produktprüfungen einer kritischen Kontrolle unterzogen werden müssen“, erläutert Schröder auch mit Blick auf das seit 2002 im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz. Zurzeit werden solche Versuche den Behörden lediglich gemeldet.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

October 21 2011

Baldiger Ausstieg der gesamten EU aus der konventionellen Legehennen-Käfigqual in Gefahr

Morgen tagt der EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei in Luxemburg und wird unter anderem über das Thema Legehennenhaltung beraten. Ein EU-weiter Ausstieg  aus der herkömmlichen Käfighaltung bis zum 1.1.2012 ist gesetzlich vorgeschrieben, wurde aber in vielen Ländern noch nicht umgesetzt. Zudem ist nicht geklärt, wie mit den dann ab Januar „illegal“ erzeugten Eiern in Zukunft verfahren werden soll. Der Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, hatte sich bereits für eine Aufweichung der getroffenen Vereinbarungen ausgesprochen. Der Deutsche Tierschutzbund protestierte in einem Schreiben an Dalli und erwartet eine konsequente Durchsetzung des Käfigverbotes.

Bereits im Juli 1999 wurde die EU-Richtlinie, die die Haltung von Legehennen neu regelte, verabschiedet, weil eine artgerechte Haltung in den herkömmlichen Käfigsystemen nicht möglich ist. Die Richtlinie sah eine Übergangsfrist von 12 Jahren bis zum 1.1.2012 vor. Allerdings werden aktuell in der EU noch immer rund 40 Prozent aller Legehennen in den bald verbotenen Käfigen gehalten. Geschätzt wird, dass ein Großteil der Produzenten bis Ablauf der Frist nicht umgestellt haben wird.

„Länder, die nach Ablauf einer 12-jährigen Übergangsfrist immer noch keine Umstellung vorgenommen haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden, und dürfen nicht  durch großzügiges Entgegenkommen und Unterlaufen eines Gesetzes belohnt werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die drohende Aufweichung der Regelungen.

John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, hatte erklärt, dass denjenigen Produzenten, die ihre Legehennen auch nach dem Stichtag noch entgegen der EU-Richtlinie in herkömmlichen Legebatterien halten, die Möglichkeit eingeräumt werden soll, diese Eier weiter zu vermarkten, z.B. in der Eiprodukte-Industrie des jeweiligen Mitgliedstaates.

„Diese Trickkumpanei mit der europäischen Käfiglobby ist ein völlig falsches Signal. Keiner wird sich dann gezwungen sehen, gesetzestreu  umzustellen. Damit wird das Verbot für konventionelle Käfige nicht nur untergraben, es werden auch Wettbewerbsnachteile für diejenigen verursacht, die ihre Legehennenhaltung richtlinienkonform umgestellt haben“, so Schröder weiter. Zwar ist in Deutschland derzeit der so genannte Kleingruppenkäfig erlaubt, den der Deutsche Tierschutzbund ebenso ablehnt, aber die konventionelle Käfighaltung wurde in Deutschland am 1.1.2010 beendet, zwei Jahre früher als in der EU-Richtlinie festgelegt.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Tags: Tierschutz

September 21 2011

Protest gegen das Abschlachten von gezüchteten Affen auf Mauritius

Tausende von vollkommen gesunden Affen, die auf Mauritius von der Firma Noveprim Ltd. für Tierversuchslabore gezüchtet wurden, sollen aus rein wirtschaftlichen Erwägungen getötet werden. Die Firma gibt die Verkleinerung des Unternehmens als Grund für die Massentötung an, wie unsere britische Partnerorganisation BUAV herausgefunden hat. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert aufs Schärfste gegen diese Pläne. Das Missmanagement der Firma, bei dem offensichtlich den Bedarf an Versuchsaffen falsch eingeschätzt wurde, darf jetzt nicht dazu führen, dass Tausende von Affen vernichtet werden.

Bis ins Jahr 2012 hinein sollen laut der britischen „Sunday Express“ monatlich 400 Affen in den Anlagen von Noveprim Ltd. getötet werden. Noveprim liefert im großen Stil Versuchsaffen in Labore in der ganzen Welt – auch nach Deutschland – und gehört zum britisch-amerikanischen Covance-Konzern. Dessen deutsche Niederlassung in Münster, die Medikamententests im Auftrag der Pharmaindustrie durchführt, war im Jahr 2003 aufgrund von Videoaufnahmen, die den grausamen und zynischen Umgang mit Affen belegten, in die Schlagzeilen geraten. „Es ist schon eine Schande, dass diese hoch intelligenten und sensiblen Tiere von der Pharmaindustrie und Wissenschaftlern für Forschungs- und Testzwecke missbraucht werden. Aber dass jetzt auch noch extra für diese Zwecke gezüchtete Tiere auf dem Müll landen sollen, schlägt dem Fass den Boden aus“, kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bei Filmrecherchen, die wir 2006 in Mauritius betrieben haben, habe ich das furchtbare Schicksal dieser Tiere hautnah mitbekommen. Sie werden auf grausame Weise von ihren Familien getrennt und überleben oft schon den Transport nicht“, so Apel.

Mauritius ist einer der größten Versuchsaffenproduzenten der Welt. Die Affen werden in der Wildnis gefangen und in Zuchtstationen vermehrt. Circa 10.000 Affen werden jährlich von dort rund um den Erdball in Labore zu Versuchszwecken transportiert – ein Milliardengeschäft. 60 Prozent der 2009 in die EU importierten Versuchsaffen stammten laut eigenen Angaben von Noveprim Ltd. In Deutschland werden über 2.000 Affen jährlich in Versuchen verwendet, viele dieser Affen stammen von Mauritius.

„Diese Massentötung an unseren nächsten Verwandten darf nicht stattfinden! Diese Affen gehören in die Freiheit“, so Apel abschließend. Der Deutsche Tierschutzbund protestiert beim Premierminister von Mauritius, Dr. Navinchandra Ramgoolam, und der Botschafterin von Mauritius in Deutschland, Mrs. S. Seeneevassen-Frers, gegen das geplante Massaker und fordert alle Tierfreunde auf, ihn dabei zu unterstützen.

Weitere Informationen, auch die BUAV-Reportage, finden Sie hier: http://www.tierschutzbund.de/versuchsaffen_importe.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Tags: Tierschutz

September 12 2011

Missstände bei der Terraristika in Hamm

Der Deutsche Tierschutzbund deckt erneut Missstände bei der Terraristika (10.9.) in Hamm auf. Wie in den vergangenen Jahren haben Kontrollen des Verbandes wieder zahlreiche Verstöße gegen die Tierbörsen-Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ergeben: Kranke Tiere werden angeboten, die Behältnisse, meist kleine Plastikboxen, in denen Tiere aufbewahrt werden, sind unzureichend, der Stress für die Tiere ist enorm – Anbieter reisen aus Übersee und aus ganz Europa an. Darüber hinaus verleiten Mengenrabatte und Schnäppchen-Preise zu Spontankäufen. Der Deutsche Tierschutzbund rät davon ab, solche Börsen zu besuchen, oder Tiere unter solchen Umständen zu erwerben.

Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Exoten gehören nicht in die Privathaltung. Und erst recht nicht auf so eine Massenveranstaltung, wo eine konsequente Kontrolle sowieso kaum möglich ist.“ Auch politisch ist die Forderung des Tierschutzbundes eindeutig: „Wir fordern ein Verbot für derartige Tiermärkte, zumindest muss aber sobald wie möglich eine bundesweit gültige Verordnung her. Veterinärbehörden könnten dann bei Regelverstößen besser eingreifen“, so Apel. Die zuständige Tierärztin für die Terraristika Hamm hat einen neuen Eilerlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung noch nicht umgesetzt. Mit dem Erlass vom Juni 2011 erklärte das Bundesland die Tierbörsen-Leitlinien des BMELV für verbindlich. Der Deutsche Tierschutzbund wartet nun darauf, dass dieser als rechtlich bindend für den Veranstalter der Terraristika erklärt wird.

In Deutschland finden jährlich tausende Reptilien-, Fisch-, Vogel- und Kleintierbörsen statt. Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet seit Jahren entsprechende Veranstaltungen. Zuletzt veröffentlichte der Verband gemeinsam mit Pro Wildlife eine Dokumentation über die Missstände auf Tierbörsen in 2010. Zu beobachten sind immer wieder die gleichen Probleme: Viele Wildfänge, kranke oder deutlich gestresste Tiere stehen zum Verkauf. Auch eine artgerechte Versorgung findet nicht statt. Die Besucher  schütteln die viel zu kleinen Plastikbehältnisse und nehmen die scheuen Tiere in die Hand. Darüber hinaus bieten die Behälter fast nie Rückzugsmöglichkeiten und sind oft unzureichend beschriftet. Die Terraristika wird von gewerblichen Händlern aus der ganzen Welt dominiert, von denen viele mit großen Tierzahlen von Börse zu Börse tingeln, wobei die Tiere oft wochenlang nicht aus den kleinen Boxen herauskommen. Ein Beratungsgespräch ist aufgrund der verschiedenen Nationalitäten oftmals unmöglich – Spontankäufe und unwissende zukünftige Halter sind die Folge.

Die Dokumentation zu den Missständen auf Tierbörsen 2010 steht zum Download bereit unter http://www.tierschutzbund.de/tierboersen.html

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Tags: Tierschutz

September 08 2011

World Save Bee Fund begrüßt Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs als aktiven Bienenschutz

Umweltorganisation fordert „Internationalen Tag zum Schutz der Biene“ am 14. September

Der World Save Bee Fund (WSBF) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom 6. September 2011. Danach führen selbst geringste Spuren von gentechnisch veränderten Organismen im Honig dazu, dass der Honig dem europäischen Gentechnikrecht unterliegt und ohne Sonderzulassung und Sicherheitsprüfung nicht in den Verkehr gebracht werden darf. Damit steht nun fest, dass die Imker Anspruch auf Entschädigung haben, wenn ihr Honig Spuren von gentechnsich veränderten Organismen, etwa dem Gen-Mais Mon 810, aufweist.

„Diese Entscheidung ist richtungsweisend für den Umgang mit der Gentechnik in der EU aber auch weltweit,“ sagt der Präsident des WSBF Rail Khismatullin. „Mit dieser Entscheidung werden Freilandversuche für gentechnisch veränderte Pflanzen und damit die nicht kalkulierbaren Risiken dieser Technologie endlich eingedämmt. Wir freuen uns für die vielen Imker in der EU, die nun gegenüber den Bauern ihre Rechte auf eine naturverträgliche Landwirtschaft für das Naturprodukt Honig durchsetzen können. Beide Seiten und die Bienen werden davon profitieren.“ so Khismatullin.

Für die Imker bedeutet dieses EuGH-Urteil Rechtssicherheit und für die Verbraucher die Durchsetzung ihrer Wünsche nach gentechnikfreien Lebensmitteln.

Bienen sind Bioindikatoren. Das weltweite Bienensterben hat seine Begründung auch im stetigen Verlangen nach mehr Wachstum und Effizienz in der Landwirtschaft. Die Ausbreitung von großflächigen Monokulturen und der Einsatz systemischer Pestizide, wie bei Mais, schwächen die Bienenvölker, weil Bienen auf eine biologische Vielfalt angewiesen sind.
Die verwendeten Neonicotinoide können Bienen nachweislich töten.
Da viele Bauern aus Effizienzgründen nicht auf eine Fruchtfolge in der Landwirtschaft setzen, sondern jedes Jahr wieder Mais auf derselben Fläche anbauen, können sich Schädlinge wie der Maiswurzelbohrer, der in der Wurzel der Pflanze überwintert, vermehren und verbreiten. Dagegen soll die gentechnisch veränderte Pflanze immun sein, sie soll den Schädling sogar töten. Jedoch haben Experten längst erkannt, dass der Schädling schon nach einem Jahr ohne Maisanbau kaum Überlebenschancen hat, also auf natürliche Weise absterben würde. Eine genetisch veränderte Maispflanze ist daher unnötig und dient nur dem Verkauf des mitgelieferten Pestizids! Der Wiederzulassung des Gen-Mais von Monsanto (MON 810) ist durch das aktuelle EuGH-Urteil ein kräftiger Riegel vorgeschoben. Freilandversuche mit Genmais und anderen genmanipulierten Pflanzen sollten der Vergangenheit angehören, weil sie unkalkulierbare Risiken bedeuten.

Um dem Thema „Bienenschutz und Bienensterben“ mehr Aufmerksamkeit zu geben, setzt sich der WSBF für einen Internationalen Tag zum Schutz der Biene am 14. September ein. „Die Russische Förderation unterstützt diesen Vorschlag bereits. Ich hoffe Deutschland wird ebenfalls bald folgen“, appelliert Khismatullin auf Unterstützung. Eine persönliche Stimmabgabe für den Bienenschutztag ist auch im Internet möglich, wo den interessierten Verbraucher viele Informationen rund um die Biene und ihre Nützlichkeit erwarten.

Quelle: World Save Bee Fund e.V. Deutschland

Tags: Umwelt

August 29 2011

Gehegetausch bei den Eisbären: Berlin bereitet zweifelhafte Zuchtversuche vor

Aktuell wurde der 24-jährige Eisbär „Troll“ vom Berliner Tierpark in den Zoo Berlin umgesiedelt. Dort wird er sich wie zuvor Knut ein Gehege mit den dort lebenden drei Eisbärinnen teilen müssen, welche nun für eine ungewisse Zeit in ihren winzigen Innenboxen ohne Auslauf verbleiben. Im Tierpark wurde damit Platz für ein neues Eisbärmännchen geschaffen. Erst vor kurzem war eine zweijährige russische Eisbärin dorthin importiert worden. Der Deutsche Tierschutzbund und der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung kritisieren diese Praxis und weisen erneut auf die grundsätzliche Haltungsproblematik hin: limitierte Zuchtmöglichkeiten, hohe Jungtiersterblichkeit und erhebliche Verhaltensstörungen bedingt durch die unnatürlichen Lebensbedingungen.

„Ein neuer Knut um wirklich jeden Preis – das scheint weiter das Ziel in Berlin zu sein“, kritisiert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. „Offenbar hat man keine Lehren aus den gescheiterten Zuchtversuchen gezogen. In Kürze werden wir sowohl im Zoo als auch im Tierpark dieselben Probleme zu sehen bekommen – erneut zu Lasten der Tiere“, so Schröder weiter. Aus Sicht der Tierschützer war schon im letzten Jahr fahrlässig gehandelt worden, als man Knut mit den drei Eisbärinnen in einem Gehege zusammenbrachte. Die Vergesellschaftung der Weibchen mit „Troll“ werde sicherlich nicht stressfreier als damals ablaufen. Das Gehege sei viel zu klein, als dass sich die Tiere bei Bedarf aus dem Weg gehen könnten.

Die Leitung des Zoos und des Tierparks Berlin hatte bereits direkt nach dem Tod vom Zuschauermagneten Knut angekündigt, weiter züchten zu wollen. Mit dem Transfer von „Troll“ wurde nun der Platz geschaffen, um ein neues Männchen zu importieren. Ein Hinterfragen der Zuchtpraktiken und Haltungsbedingungen fand dagegen nicht statt. Dabei können die Haltungsbedingungen im Zoo den Tieren nicht einmal im Ansatz ein artgemäßes Leben ermöglichen. Reviergrößen von tausenden Quadratkilometern in der freien Wildbahn, verglichen wenigen hundert Quadratmetern und kaum Abwechslung im Zoo führen oftmals zu Langeweile und Verhaltensstörungen, so genannten Stereotypien. Fast alle Eisbären in deutschen Zoos zeigten diese Auffälligkeiten, teilte der Verband in Bonn mit.

Erst am Wochenende war der Zoo Berlin in die Negativkritik geraten, weil Fehler im Management der Löwenanlage die Ursache dafür waren, dass zwei Jungtiere von einem älteren Männchen totgebissen wurden.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Tags: Tierschutz

August 24 2011

NABU protestiert gegen Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe

Porschke: Auch das Traumschiff „MS Deutschland“ ist ein Alptraum für die Umwelt

Mit einer Protestaktion am Hamburger Kreuzfahrtterminal hat der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortgesetzt. Vor dem dort ankernden „Traumschiff“ MS Deutschland protestierten Umweltschützer mit Atemschutzmasken und einem plakativ rauchenden Schiffsschornstein dagegen, dass auch das bekannteste deutsche Kreuzfahrtschiff auf hoher See mit giftigem Schweröl fährt und ohne Rußpartikelfilter die Umwelt verpestet.

„Die MS Deutschland ist Symbol für den Traumurlaub auf See – aber die Abgase des Ozeanriesen sind ein Alptraum für die Umwelt“, sagte Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Denn zur Gewinnmaximierung würden Kreuzfahrtreeder wie Deilmann, zu der die MS Deutschland gehört, aber auch stark wachsende Kreuzfahrtanbieter wie AIDA und TUI Cruises nicht etwa mit vergleichsweise sauberem Schiffsdiesel fahren, sondern mit dem billigsten und giftigsten aller Treibstoffe, nämlich Schweröl. Während Pkw-Diesel nur einen Schwefelgehalt von 0.001 Prozent enthalten darf, dürfen Luxusliner wie AIDA Luna, Mein Schiff, sowie die MS Deutschland mit Schweröl fahren, das einen Schwefelanteil von bis zu 4.5 Prozent hat – also dem 4.500fachen dessen, was an Land erlaubt ist.

„Es ist eine Irreführung der Kunden, wenn etwa die Deilmann-Reederei auf ihrer Internetseite den „Respekt vor der Natur“ betont, ihre Schiffe aber tatsächlich mit giftigem Schweröl fahren und keinerlei System zur Abgasnachbehandlung haben“, kritisiert NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Der hohe Schwefelanteil des Schweröls und fehlende Rußfilter führen dazu, dass etwa die MS Deutschland auf großer Fahrt nicht nur das Klima schädigt, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährdet.

Tatsächlich ist die Schifffahrt in Europa mittlerweile der größte Verursacher von Schwefelemissionen. „Die Kreuzfahrtschiffe verbergen ihr zum Himmel stinkendes Umweltproblem hinter ihrer strahlend weißen Fassade. Mit dem Animationsfilm „Schwarze Brise“ zeigen wir die traurige Wirklichkeit“, erklärt Oeliger. Der Film illustriert drastisch: Ein einziges Kreuzfahrtsschiff stößt so viele Schadstoffe aus, wie 5 Millionen Autos.

Der NABU fordert die Reedereien auf, ab sofort auf die Verwendung von Schweröl zu verzichten. Insbesondere nördlich des 40. Breitengrades ist diese Maßnahme dringend nötig, denn die Auswirkungen der Rußpartikel auf das Arktis- und Grönlandeis sind besonders gravierend und verstärken das fatale Abschmelzen des Eises. Zugleich müssten alle neugebauten Kreuzfahrtschiffe mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet werden, fordert der NABU.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

Tags: Umwelt

August 11 2011

CARE fordert mehr Mittel für Schulbildung im Flüchtlingslager Dadaab

Markmiller: „Bildung ist der beste Schutz und die beste Vorsorge vor Armut und Gewalt“

Die Hilfsorganisation CARE fordert die Aufstockung von Mitteln für Grundschulbildung im Flüchtlingslager Dadaab im Norden Kenias. Nach Angaben der Vereinten Nationen von diesem Montag leben mittlerweile 399,346 Menschen im weltweit größten Flüchtlingslager. Von den nach heutigem Stand wahrscheinlich bereits über 400.000 in Dadaab lebenden Menschen, sind etwa 114.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren. Nur 38 Prozent von ihnen können zur Schule gehen.

CARE bereitet derzeit die Aufstockung seiner bereits seit Jahren bestehenden Bildungsprojekte vor, um das Angebot zu verbessern und – vor allem langfristig – mehr Kinder zu erreichen. Während der Fokus vieler Geber in humanitären Krisen wie dieser auf lebensrettenden Maßnahmen wie Wasser, Nahrung und Unterkünfte liegt, wird die Schulbildung der Flüchtlingskinder häufig vernachlässigt. „Bildung ist aber kein Luxus oder ein ‚Extra’. In der Schule lernen die Kinder in einem sicheren Raum nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch, wie sie sich vor Gewalt und Krankheiten schützen können“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg e.V., der sich in den vergangenen Tagen selbst vor Ort ein Bild von der Lage machen konnte.

Während im August die Schulen geschlossen sind, nutzt CARE die vorhandenen Räume, um neu angekommene Kinder in Intensivkursen zu betreuen. Diese Kinder sind zum Großteil noch nie in ihrem Leben zur Schule gegangen, und werden nun auf den Beginn des regulären Unterrichts im September vorbereitet. Etwa 1.100 Schülern konnten bereits an dem Programm teilnehmen. „Im September werden die Kapazitäten jedoch vollkommen erschöpft und überlastet sein“, erklärt Musa Dahir, zuständig für die Koordination der Schulprogramme in Dadaab. „Wir möchten natürlich so viele Kinder wie möglich aufnehmen. Aber wenn die Klassen überfüllt sind, leidet die Qualität des Unterrichts.“ CARE leitet momentan fünf Grundschulen in Dagahaley, einem der drei Camps in Dadaab, und kann damit mehr als 15.100 Kindern Unterricht anbieten. Außerdem bildet CARE erwachsene Flüchtlinge zu Lehrern aus und stattet sie mit Unterrichtsmaterial aus. Viele der Lehrer leben seit ihrer frühen Kindheit in Dadaab und sind selbst im Camp zur Schule gegangen.

CARE ist seit zwanzig Jahren in Dadaab tätig und hauptverantwortlich für die Bereiche Nahrung, Wasser und Bildung. Momentan treffen zwischen 1.000 und 1.500 Flüchtlinge täglich ein. Über 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder, die auf der Flucht häufig auch Opfer von Gewalt oder sexuellen Übergriffen wurden. CARE bietet daher neben der Verteilung von Nahrungsmitteln, Wasser und Nothilfeartikeln auch psychologische Betreuung an.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

August 05 2011

Tausende Hobbygärtner schaffen GARTENrotschwanzOASEN

Natürliches Gärtnern ohne Gift liegt voll im Trend

Große Resonanz für den „Vogel des Jahres” des NABU: Mehr als 2000 Hobbygärtner beteiligten sich an der Aktion „GARTENrotschwanzOASEN“, die der NABU Ende Februar 2011 startete. „Immer mehr Menschen verwandeln ihren Kleingarten in eine echte Oase der Artenvielfalt. Die NABU-Aktion ist ein voller Erfolg!“, freut sich NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Von den Teilnehmern haben 1501 Personen einen Privat- oder Hausgarten, 157 Personen verschönern ihren Schrebergarten und 96 gestalten ihre Streuobstwiese zu einer Oase der Artenvielfalt. Den Gartenrotschwanz haben 43 Prozent der Teilnehmer in ihren Gärten gesichtet. Dicht dahinter liegt der Hausrotschwanz mit 42 Prozent. „Kleingärten sind heute beliebter denn je“, stellt der NABU-Präsident fest. „Viele Menschen zieht es wieder in den heimischen Garten und mit einfachen Handreichungen lassen sie sich zu wahren Refugien der biologischen Vielfalt entwickeln“, so Tschimpke.

In den grünen Oasen der Städte werden viele fast ausgestorbene Raritäten von Pflanzen und Tieren erhalten. „Alte Apfelsorten wie ‚Kaiser Wilhelm‘ und ‚Goldparmäne‘, Kartoffelsorten ‚Adretta‘ und ‚Linda‘ haben hier wichtige Refugien“, erklärt NABU-Biodiversitätsexperte Alexander von Schilling. Der Wandel des Kleingartens vom Nahrungslieferanten zum Erholungsort, besonders für junge Familien, macht diese blühenden Oasen möglich. Und solche giftfrei bewirtschafteten, strukturreichen Kleingartenanlagen mit altem Baumbestand sind nicht nur für den „Vogel des Jahres“ wichtig, auch viele anderen historischen Kulturarten brauchen eine lebendige Kleingartenkultur.

In diesem Interesse fordert der NABU ein Verbot des Unkrautkillers Roundup für Haus- und Kleingärten sowie ein Umdenken bei der Gestaltung und Bewirtschaftung von Gärten und Parks. „Wir sollten auf sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichten, zugunsten der heimischen Vielfalt an Pflanzen und Tieren“, appelliert Olaf Tschimpke.

Die Teilnahme am NABU-Wettbewerb ist noch bis 31. August 2011 möglich.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

June 26 2011

Tansania baut keine asphaltierte Straße durch die Serengeti

Auf der derzeit in Paris tagenden UNESCO-Konferenz hat sich die tansanische Regierung gegen den Bau einer asphaltierten Straße durch die Serengeti ausgesprochen. Ezekiel Maige, Minister für natürliche Ressourcen und Tourismus, bestätigte heute, dass die bestehende unbefestigte Straße für Touristen und die Parkverwaltung im Norden der Serengeti belassen wird wie sie ist. Straßen, die außerhalb des Parks zu den Bezirkshauptstädten führen, sollen dagegen ausgebaut werden. Die NABU International Naturschutzstiftung begrüßt diese Entscheidung und gratuliert dem tansanischen Präsidenten Kikwete. Eine
55 Kilometer lange asphaltierten Straße mitten durch das UNESCO-Weltnaturerbegebiet, um die Infrastruktur Tansanias zu verbessern, hätte auf die weltberühmten Massentierwanderungen fatale Folgen gehabt.

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, verkündete Anfang diesen Jahres, dass Deutschland bereit wäre, eine Studie über alternative Möglichkeiten der Verkehrsanbindungen zu finanzieren, die die Serengeti verschonen. Er bekräftigte die Bereitschaft zur einer gemeinschaftlichen Finanzierung einer Machbarkeitsstudie für eine Südumfahrung des Nationalparks. Diese Entscheidung sei getroffen worden, um die zunehmenden sozio-ökonomischen Bedürfnisse der ländlichen Gemeinden im Norden Tansanias zu befriedigen und gleichzeitig den außergewöhnlichen universellen Wert des Serengeti-Nationalparks zu erhalten.

In ihrem Schreiben an die Weltnaturerbekommission erklärt die tansanische Regierung zum ersten Mal ihre Bereitschaft, eine südliche Umgehungstrasse ernsthaft in Erwägung zu ziehen. „Jetzt kommt es auf internationale Geldgeber an dieses Potential zu verwirklichen“, sagt NABU-International-Artenschutzexpertin Dr. Barbara Maas.

„Die Baupläne einer Asphaltstraße aufzugeben ist ein begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Vorsitzende der NABU International Naturschutzstiftung, Thomas Tennhardt. „Um eine nachhaltige und langfristige Lösung zu gewährleisten, plädieren auch wir für den Bau der südlichen Umgehung der Serengeti. Neben geringeren negativen Auswirkungen auf die Tierwelt wäre dies auch von großem Nutzen für lokale Gemeinden.“

Der Serengeti-Nationalpark ist das größte geschützte Grasland- und Savannenökosystem der Welt und Schauplatz alljährlich stattfindender, riesiger Massentierwanderungen. Neben zwei Millionen Huftieren beherbergt das Gebiet das größte Raubtiervorkommen der Erde und mehr als 450 Vogelarten.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

Tags: Umwelt

June 08 2011

Welttag der Ozeane: Den Weltmeeren und vielen Fischarten geht es immer schlechter

NABU: Politische Ignoranz fördert Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel

„Verschmutzung, Überfischung und Klimawandel – die Weltmeere sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dagegen muss die Politik endlich einen gesetzlichen Rahmen zum Schutz der Meeresökosysteme festlegen“, fordert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zum „Welttag der Ozeane“ am Mittwoch ruft der NABU dazu auf, die Meere weltweit besser zu schützen und ihnen gesellschaftlich und politisch eine höhere Priorität einzuräumen. In den letzten 28 Jahren mussten bereits mehr als 300 Meeresgebiete für tot erklärt werden, die Hälfte aller Korallenriffe ist bereits verloren oder im Verfall.

Besonders besorgniserregend sind die Folgen der Überfischung. Pro Jahr verbrauchen wir weltweit 90 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte. Das hat bereits zum Kollaps zahlreicher kommerziell genutzter Fischbestände wie Hai, Schwertfisch und Thunfisch geführt. Doch die Nachfrage steigt immer weiter, auf schätzungsweise 127 Tonnen bis zum Jahr 2030. Eine weitere Bedrohung ist die zunehmende Vermüllung der Meere. Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) landen jedes Jahr mehr als 6,4 Millionen Tonnen Abfälle im Meer. Vor allem Plastikmüll hat direkte Auswirkungen auf mehr als 260 marine Arten. Häufig verfangen sich Delfine, Meeresschildkröten und Fische in alten Netzen und Langleinen und verenden qualvoll.

„Wir wissen, dass die Ressourcen der Meere nicht unerschöpflich sind. Dennoch wird Industrie und Wirtschaft oft der Vorrang vor dem Meeresschutz gegeben, selbst auf Kosten zahlreicher Tierarten“, kritisiert Tschimpke. Doch die Menschheit braucht die Meere dringend: Die Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche, sie beinhalten über 96 Prozent unseres Wassers und produzieren mehr als 70 Prozent des Sauerstoffs.

Der NABU engagiert sich weltweit für den Meeresschutz. So setzt sich die NABU International Naturschutzstiftung seit 2009 für die Hector- und Maui-Delfine vor der Küste Neuseelands ein, die durch die Fischerei bereits an den Rand des Aussterbens gedrängt wurden. Es gibt nur noch wenige Hundert Tiere und sie würden durch den geplanten Bau stromfördernder Turbinen aus ihrem letzten Lebensraum verdrängt werden. Ähnlich gefährdet sind in Deutschland die Schweinswale, wenn Offshore-Windkraftanlagen ohne Schutz gegen Unterwasserlärm in den Meeresboden gerammt werden. Gegen die weitere Vermüllung der Meere kämpft das NABU-Projekt „Fishing for Litter“, bei dem Fischern die Möglichkeit gegeben wird, ihren oftmals reichhaltigen Beifang in Form von Müll zu entsorgen.

Der NABU drängt auf die konkrete Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, die 2008 beschlossen wurde, um die europäischen Meere bis 2020 in einen guten Umweltzustand zu versetzen oder diesen zu erhalten. Derzeit wird der Gesetzentwurf in den Mitgliedsstaaten rechtlich eingebettet. Der NABU begleitet den Prozess, um einen größtmöglichen politischen Schutz für die Meere zu erwirken.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

Tags: Umwelt

June 06 2011

Drei Monate nach dem Erdbeben in Japan: CARE hilft weiterhin

„Lücken schließen, wo japanische Behörden gezielt unterstützt werden können“

Drei Monate nach der Dreifach-Katastrophe in Japan konzentriert sich die Hilfsorganisation CARE auf die gezielte Unterstützung von sozialen Einrichtungen in der besonders betroffenen Iwate-Präfektur im Norden des Pazifikstaates. Als am 11. März ein schweres Erdbeben und ein darauffolgender Tsunami schwere Zerstörung anrichteten, entschied sich der internationale Verbund der CARE-Familie, zu dem auch CARE Japan gehört, in dem Industriestaat selbst Hilfe zu leisten.

Zwar sind die japanischen Behörden und Bürger aufgrund der ständigen Gefahr von Erdbeben äußerst sorgfältig vorbereitet und verfügen über einen vorbildlichen Katastrophenschutz. „Aber es bleiben bei einer solchen Katastrophe immer Versorgungslücken und wir helfen mit, diese Lücken zu schließen“, sagte CARE-Mitarbeiter Axel Rottländer am Montag bei einem Mediengespräch in Bonn. Er ist vor kurzem nach drei Wochen Aufenthalt aus Japan zurückgekehrt, wo er die Nothilfemaßnahmen des CARE-Büros unterstützt hat.

„Die Krise hat ein schier unglaubliches Ausmaß und die Japaner leisten sehr viel, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Aber selbst bei der äußerst professionellen Arbeit der japanischen Regierung und der lokalen Behörden bleiben immer noch einzelne Gebiete oder Einrichtungen, die nicht von der Hilfe erreicht werden“, erklärt Rottländer. Eine enge Zusammenarbeit mit den Betroffenen helfe dabei, die ganz konkreten Bedürfnisse zu ermitteln. Beispielsweise versorge CARE die Bewohner eines Evakuierungszentrums mit warmen Mahlzeiten und verteile in Kürze 18.000 Decken. „Ganz konkrete Hilfe brauchen die Menschen jetzt am allermeisten“, betonte Axel Rottländer.

Zu Gast in Bonn waren auch Takanori Kazuhara, der Präsident von CARE Japan, sowie Geschäftsführer Katsuhiko Takeda. Sie berichteten über den Stand der Hilfe und die Planungen. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich CARE darauf konzentrieren, Nahrungsmittel und Haushaltsgüter vor allem an ältere Menschen zu verteilen. Schulen, Seniorenheime und weitere soziale Einrichtungen erhalten Unterstützung durch Transportdienste, Rollstühle und andere Gerätschaften. Gezielte psychosoziale Betreuung soll den betroffenen Menschen dabei helfen, wieder in den Alltag zurückzufinden.

„Es ist für uns nicht alltäglich, in einem industrialisierten Land wie Japan Hilfe zu leisten“, betont der Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg, Dr. Anton Markmiller. „Doch innerhalb des internationalen Verbundes haben wir mit CARE Japan einen Partner vor Ort, der die Begebenheiten im Land bestens kennt und nach dem Tsunami Hilfe leisten konnte. Darauf können wir nun weiterhin mit bedarfsgerechter und effektiver Hilfe aufbauen.“

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

May 21 2011

Artenschutz in Kirgisien für weitere zehn Jahre gesichert

NABU und Staatspräsidentin Otonbajewa initiieren internationales Schneeleopardenforum

Der NABU und die kirgisische Regierung haben in dieser Woche einen gemeinsamen Vertrag insbesondere zum Schutz des stark bedrohten Schneeleoparden unterzeichnet und damit die internationale Zusammenarbeit vorangebracht. So konnten NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt und der kirgisische Umweltminister Bijmyrsa Toktoraliev den Fortgang laufender Projekte wie die Anti-Wilderer-Einheit „Gruppa Bars“ zum Schutz von Schneeleoparden, das Rehabilitationszentrum „Schneeleopard“ und das Monitoring seltener Tierarten im Projektgebiet für weitere zehn Jahre sicherstellen.

Ein weiterer Höhepunkt der deutsch-kirgisischen Zusammenarbeit im Bereich des Naturschutzes lieferte das ebenfalls in dieser Woche stattgefundene Treffen der NABU-Spitze mit der kirgisischen Präsidentin Otunbajewa. Dabei ging es vor allem um die gemeinsame Vorbereitung eines internationalen Forums zum Schneeleopardenschutz, das im kommenden Jahr stattfinden soll und das der NABU initiierte. „Wir hoffen, mit dem erstmals so hochrangig geplanten Forum eine Reihe internationaler Projekte zum Schneeleopardenschutz anstoßen und damit einen weiteren Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten zu können“, so die NABU-Vertreter nach dem Treffen mit der Präsidentin. Diese begrüßt die Initiative des NABU für eine gemeinsame Schneeleopardenkonferenz mit Vertretern aller verantwortlichen Staaten. Zum Verbreitungsgebiet der Großkatze gehören Zentralasien, der Himalaya, China und Russland.

Der NABU betreibt seit über zehn Jahren Projekte zum Schutz der seltenen Großkatze in Kirgisien und konnte bereits einen Rückgang der Wilderei erzielen. Das parallel durchgeführte Monitoring zeigt, dass die Zahl der Schneeleoparden seit 2004 wieder ansteigt. Derzeit rechnet man mit 350 Tieren, im Jahr 2001 gab es 250 Schneeleoparden in Kirgisien. Schneeleoparden sind die am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde. Wegen ihres schönen Fells, ihrer Knochen und auch als lebende Tiere für Zirkusse werden sie gnadenlos verfolgt.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V.

Tags: Tierschutz

May 17 2011

CARE fordert Ende der Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika

Bis zu zehn Millionen Menschen könnten Hunger leiden

CARE fordert die internationale Gemeinschaft auf, der anhaltenden Nahrungsmittelunsicherheit in Ländern am Horn von Afrika mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Acht Millionen Menschen in Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Somalia sind von anhaltenden Dürren betroffen. „Es gibt viele Gründe für die anhaltende Nahrungsmittelunsicherheit am Horn von Afrika: Armut, soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel tragen genauso dazu bei wie hohe Lebensmittel- und Energiepreise“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. Allein in Kenia stieg der Preis für Mais in den letzten drei Monaten um nahezu 30 Prozent. „Es muss unbedingt etwas geschehen, damit nicht noch mehr Menschen an Hunger sterben. Langfristig müssen die Gründe für immer wiederkehrende Hungerkrisen in Angriff genommen werden“, sagt Markmiller.

Trotz einer längeren Regenperiode im letzten Jahr konnten die betroffenen Menschen sich noch nicht von den Auswirkungen der Dürre vor zwei Jahren erholen. „Es ist leider auch zu erwarten, dass die Regenfälle dieses Jahr nicht ausreichen werden. Das könnte bedeuten, dass bis zu 10 Millionen Menschen am Horn von Afrika akuter Nahrungsmittelunsicherheit ausgesetzt sind.“

Auswirkungen der Dürre sind vermehrte Krankheitsausbrüche, schlechte Hygienebedingungen oder Ressourcenkonflikte. „Viele Kinder von pastoralistischen Familien werden aus der Schule genommen. Entweder, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht mehr zahlen können oder weil sie fortziehen müssen, um besseres Weideland für ihr Vieh zu finden“, erklärt Markmiller.

In Somalia und Dschibuti wurde die Dürre bereits zur nationalen Katastrophe erklärt. Obwohl sich die Regierungen der betroffenen Länder bereits zur Krisenintervention eingeschaltet haben, wird sowohl kurz- als auch langfristig jedoch dringend internationale Unterstützung benötigt, vor allem um die strukturellen Gründe zu bewältigen. „Die betroffenen Menschen müssen dringend gestärkt werden, um sich besser an die veränderten Umstände anzupassen. Sie müssen in der Lage sein, sich selbst zu versorgen. Sie dürfen nicht dauerhaft auf Lebensmittelverteilungen angewiesen sein“, so Markmiller.

CARE unterstützt die Länder am Horn von Afrika durch die Bereitstellung von Wasser, Verbesserung der Hygienebedingungen, Errichtung von Sanitäranlagen und die Sicherung ihrer Existenzgrundlagen. Familien sollen in der Lage sein, längere Dürreperioden besser durchzustehen und die Auswirkungen der Nahrungsmittelunsicherheit auf sie zu minimieren.

Quelle: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

May 13 2011

Amnesty International Report 2011: EU muss sich ihrer Verantwortung in der arabischen Welt stellen

Meinungsfreiheit auch 50 Jahre nach Gründung der Menschenrechtsorganisation zentrales Thema – Massive Einschränkung der Meinungsfreiheit in 89 Staaten.

Internet und soziale Medien spielen im Kampf für die Menschenrechte genauso wie bei deren Unterdrückung eine immer größere Rolle: Das belegt der Amnesty International Report 2011, der heute im S. Fischer Verlag erscheint. Für das Jahr 2010 dokumentiert Amnesty International Menschenrechtsverletzungen in 157 Ländern.

“Vor allem in der arabischen Welt setzten Blogger, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten verstärkt auf neue Technologien, um politische Reformen und die Einhaltung der Menschenrechte einzufordern. Die Regierungen schlugen mit Zensur, Internetblockaden, Verhaftungen und Folter zurück”, sagte Wolfgang Grenz, stellvertretender Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, bei der Vorstellung des Reports in Berlin. In der arabischen Welt verbreiteten sich die Nachrichten über Proteste und Streik via Internet und Handy rasant und trugen so wesentlich zu den Umbrüchen in Tunesien und Ägypten bei. “Ob der Aufbruch in der arabischen Welt erfolgreich sein wird, ist noch offen. Die Entscheidung für oder gegen Freiheit und Gerechtigkeit steht auf Messers Schneide.”

Eine massive Einschränkung der Meinungsfreiheit verzeichnet Amnesty in 89 Staaten. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein grundlegendes Menschenrecht, für das sich Amnesty International seit seiner Gründung 1961 einsetzt. “Meinungsfreiheit ist der Grundstein, auf dem Amnesty International vor 50 Jahren aufgebaut wurde und heute immer noch ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Meinungsfreiheit ist für die Verwirklichung anderer Menschenrechten unerlässlich”, sagte Grenz.

In China werden Menschenrechtsanwälte, Umweltaktivisten, Schriftsteller, aber auch gewöhnliche Bürger daran gehindert, politisch brisante Themen an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Unterdrückung der Meinungs- und Informationsfreiheit hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Seit Ende Februar wurden mehr als 100 Aktivisten festgenommen oder unter Hausarrest gestellt.

In Syrien werden Webseiten mit Beiträgen zu Menschenrechten, Regierungskritik oder zur Lage der kurdischen Minderheiten blockiert, Blogger und junge Menschenrechtsaktivisten zu drakonischen Haftstrafen verurteilt.

In Ägypten hat sich mit Blick auf das Streikrecht auch nach dem Sturz von Hosni Mubarak nicht viel verändert: Mitte April trat ein Gesetz in Kraft, das friedliche Proteste und Streiks kriminalisiert. “Deutschland, die EU und die USA müssen von der ägyptischen Übergangsregierung und dem Militärrat konsequent konkrete Schritte zu Verbesserungen des Menschenrechtschutzes einfordern” sagte Grenz. Rückschritte wie Folter, die Ausgrenzung der Frauen bei der Neugestaltung der politischen Zukunft oder das Streikverbotsgesetz müssen kritisiert werden. “Die EU darf die Fehler der Vergangenheit, in der massive und systematische Menschenrechtsverletzungen um den Preis der Stabilität hingenommen wurden, nicht wiederholen.”

Kritisch sieht Amnesty International auch die europäische Flüchtlingspolitik. Der Streit um die Verteilung der etwa 30.000 “Bootsflüchtlinge” aus Nordafrika in Italien zeigt, dass das Verteilungssystem innerhalb der EU nicht funktioniert. “Verschärfte Grenzkontrollen sind keine Lösung und das Abfangen von Asylsuchenden auf Hoher See im Mittelmeer ohne Überprüfung ihrer Fluchtgründe verletzt das internationale Flüchtlingsrecht und die Menschenrechte”, so Grenz.

Amnesty International appelliert an die Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, dass Flüchtlinge aus Somalia, Eritrea und Äthiopien, die von Libyen nach Ägypten und Tunesien geflohen sind, aufgenommen werden.

Quelle: Offenes-Presseportal

May 10 2011

Greenpeace: CCS-Gesetz zieht Bundesländer über den Tisch

CO2-Endlager unter dem Meer machen Länderausschlussklausel wertlos

Mögliche CO2-Endlager unter der Nordsee könnten das Grundwasser der Küsten-Länder verunreinigen, auch wenn eine CO2-Verpressung auf ihrem Gebiet ausgeschlossen wurde. Darauf weist Greenpeace im Rahmen des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens für die CCS-Technologie hin. Greenpeace fordert daher die Landesregierungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf, das CCS-Gesetz der Bundesregierung abzulehnen.

“Von den CO2-Verpressungen unter dem Meer könnten viele Menschen direkt betroffen sein – aber das wird bewusst nicht an die große Glocke gehängt”, sagt Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters. “Die Bundesländer dürfen sich nicht von der Bundesregierung über den Tisch ziehen lassen”. Küstennahes Grundwasser in Gefahr – trotz Länderausstiegsklausel

Da es in der Bevölkerung starken Widerstand gegen die unterirdische Verpressung des Klimagases CO2 gibt, wollen Bundesländer wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein CO2-Endlager unter ihrem Gebiet vollständig ausschließen. Doch der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung beinhaltet die Möglichkeit, vor den Küsten ohne Ländermitsprache CO2-Endlager einzurichten. So sollen die Bundesländer außerhalb einer 20-Kilometer-Zone, der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone AWZ, kein Mitspracherecht erhalten. Durch den hohen Druck der CO2-Verpressung findet im Umkreis von bis zu 50 Kilometern eine Druckerhöhung statt. Dies birgt die Gefahr, dass salziges Wasser aus den Hohlräumen der Lagerstätten verdrängt wird und das Grundwasser verunreinigt.

Besonders problematisch bei CO2-Endlagern unter dem Meer ist die Überwachung der Lagerstätten. Das sogenannte “Monitoring” unter dem Meeresboden und die Beseitigung eventueller Leckagen sind weitaus komplizierter als an Land. Kommt es zu Leckagen, stellt das CO2 eine Gefährdung der Meeresumwelt dar. Das Meerwasser könnte versauern und durch die im verpressten CO2 enthaltenen Giftstoffe wie Quecksilber und Blei verunreinigt werden.

Greenpeace fordert von der Bundesregierung ein komplettes Verbot der CCS-Technologie in Deutschland – an Land oder unter der See. Neben der Gefahr für das Grundwasser birgt CCS weitere unkalkulierbare Risiken. Das CO2 könnte langfristig wieder an die Oberfläche kommen und den Klimawandel vorantreiben. Außerdem wäre CCS erst 2030 großflächig einsetzbar – für den Klimaschutz viel zu spät. “Es gibt keinerlei rechtliche Notwendigkeit, in Deutschland ein Pro-CCS-Gesetz zu erlassen.” Nach Artikel 4 Absatz 1 Satz 2 der europäischen CCS-Richtlinie haben alle EU-Mitgliedstaaten das Recht, “keinerlei Speicherung auf Teilen oder auf der Gesamtheit ihres Hoheitsgebietes zuzulassen”.

“Der Ausschluss der CO2-Endlagerung in Deutschland wäre ein wegweisender Schritt für eine zukunftsfähige Energieversorgung – ohne ökologische und wirtschaftliche Altlasten für zukünftige Generationen”, sagt Peters.

Quelle: Offenes-Presseportal

April 21 2011

NABU: Tschernobyl und Fukushima zeigen wahre Kosten der Atomkraft

Tschimpke: Bundesregierung muss versteckte Belastung der Steuerzahler offenlegen

25 Jahre nach dem Atom-GAU in Tschernobyl blickt die Welt gebannt auf den zweiten Größten Anzunehmenden Unfall in Japan. Auch wenn das ganze Ausmaß der Katastrophe dort noch nicht klar ist, so ist bereits sicher: Die Schäden für Mensch und Natur kosten Unsummen. „Die Atomkraft schaufelt der Welt ein Milliardengrab“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke zum 25. Jahrestag des von Tschernobyl. „Auch der deutsche Steuerzahler ist davon betroffen, und zwar im Inland wie im Ausland.“ So hat diese Woche eine internationale Geberkonferenz weitere 550 Millionen Euro für die Folgen der Reaktorexplosion in der heutigen Ukraine zur Verfügung gestellt, Deutschland zahlt davon 42 Millionen Euro. Insgesamt werden sich die Kosten allein für den Bau eines zweiten Sarkophags zur Sicherung der Reaktorruine auf mindestens 1,6 Milliarden Euro belaufen.

„Auch hierzulande tragen die Bundesregierung und die Atomkonzerne in der Debatte um die dringend nötige Energiewende ein unerträgliches Gemauschel auf dem Rücken der Steuerzahler über die Folgekosten der Atomkraft aus“, kritisiert Tschimpke. So werden beispielsweise die Aufwendungen für die Lagerung der hochradioaktiven Abfälle der Gesellschaft aufgebürdet und tauchen nicht in den Konzernbilanzen auf. „Die Bundesregierung muss diese Geldvernichtung beenden und die wahren Kosten der Atomenergie beziffern – dann zeigt sich ganz klar, dass Wind- und Wasserkraft heute schon wesentlich günstiger als Atomstrom sind“, erklärt der NABU-Präsident.

Zumal zu den volkswirtschaftlichen Kosten der Hochrisikotechnologie Atomkraft auch noch die gravierenden Gefahren für Leib und Leben von Menschen und die Natur kommen. In der Ukraine und Weißrussland leidet nun schon die dritte Generation unter der Verseuchung riesiger Landstriche mit Radioaktivität. In Japan werden Millionen Menschen für viele, viele Jahre von der Verstrahlung der Häuser, Äcker und landwirtschaftlichen Produkte betroffen sein, mahnt der NABU. „Aber auch ohne GAU sind die Kosten immens und Generationen deutscher Steuerzahler werden für den Rückbau der Atomkraftwerke sowie die Lagerung des Atommülls zahlen“, erklärt Tschimpke. „Es ist höchste Zeit der unverantwortlichen Atomkraft ein ehrliches Preisschild zu verpassen.“

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

April 19 2011

NABU erinnert an die Katastrophe im Golf von Mexiko und fordert Stopp der Ölförderung im Wattenmeer

Im Schatten der Atomkatastrophe in Japan jährt sich eine andere, fast vergessene Katastrophe zum ersten Mal – der Untergang der Ölförderanlage „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Am 20. April 2010 tötete eine riesige Explosion elf Arbeiter, dann strömten 780 Millionen Liter giftiges Rohöl aus und verseuchten das Naturparadies an der Südküste der USA. Noch heute leidet die ganze Region, viele Menschen blicken in eine traurige Zukunft und die Tier- und Pflanzenwelt stirbt weiter.

Im Gegensatz zu den Behauptungen des für die Katastrophe verantwortlichen Konzerns BP, sind die Folgen des ausgeströmten Öls noch immer verheerend. Wissenschaftler der Universität von Georgia dokumentierten zentimeterdicke Ölablagerungen am Meeresboden, die alles Leben ersticken. Welche Wirkung die gefährlichen Inhaltsstoffe und Abbauprodukte des Öls, sowie die massenhaft eingesetzten Dispersionsmittel in dem komplexen marinen Nahrungsnetz entfalten, ist noch nicht bekannt. Es gibt Informationen über tote Korallenriffe und dezimierte Fischpopulationen. Experten warnen wegen der erhöhten Belastung mit Kohlenwasserstoff noch immer vor dem Verzehr von Austern und Shrimps. Kürzlich meldete das Institut für Meeressäugetiere in Gulfport (Louisiana), dass in der Unglücksregion zehnmal mehr tote Delfinbabys als üblich gefunden wurden – eben jene Generation, die im Frühjahr 2010 gezeugt wurde und nun das Licht der Welt erblicken sollte. Und fast die Hälfte der Menschen in der Region leidet laut Umfragen an Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Hautreizungen und Depressionen – zumal Entschädigungszahlungen von BP auf sich warten lassen und viele Existenzen in der Fischerei und im Tourismus für immer zerstört sind. Gleichwohl meldeten US-Medien nun, dass BP ab dem Sommer wieder Öl im Golf von Mexiko fördern darf.

Hat wenigstens Europa daraus gelernt? „Entgegen aller Vernunft geht die riskante Ölförderung auf See weiter. Aus Profitgier setzen Internationale Konzerne die Zukunft ganzer Ökosysteme aufs Spiel und gefährden Menschen wie die Umwelt, kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch im deutschen Wattenmeer wird weiter Öl gefördert. Obwohl die Fördermenge in den letzten Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist und weniger als zwei Prozent des deutschen Ölverbrauchs ausmacht, hält die RWE DEA AG an der riskanten Produktion im Nationalpark fest. Auch wenn die Technik der Bohrinsel „Mittelplate A“ anders ist als die der „Deepwater Horizon“, gefährdet vor allem der sich verändernde Wattengrund eine sichere Erdölförderung. Ein Nordsee-Priel wandert auf die Plattform zu und könnten zu einem Absacken führen. Um dies zu verhindern wurden 80.000 Quadratmeter Wattenmeerboden mit Gestein, Beton und Mörtel versiegelt. „Dabei ist die natürliche Dynamik der Wasserläufe ein wesentliches Schutzziel im Nationalpark Wattenmeer. Dieser sogenannte Kolkschutz stellt einen inakzeptablen Eingriff in das Ökosystem dar und verursacht starke Störungen für die dort lebenden Tierarten“, erklärt NABU-Wattenmeerexperte Eric Neuling.

Dennoch wurde ohne öffentliche Beteiligung die Fördergenehmigung von „Mittelplate A“ für 30 weitere Jahre verlängert. Und nun soll es auch um das Förderfeld herum weitere seismologische Untersuchungen und Probebohrungen zum Ausbau der Erdölproduktion geben. Dagegen fordern der NABU und ein breites Bündnis von Verbänden das sofortige Ende der Ölförderung im Wattenmeer. Stattdessen will die Europäische Kommission in diesem Jahr lediglich einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Konzerne bei Havarien zur Kostenübernahme verpflichtet.

Quelle: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Tags: Umwelt
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.